Auf Schatzsuche im Unterbewusstsein

Wenn die Piratenkönigin Regie führt

Kurz vor dem Einschlafen und dem Aufstehen sind unsere Hirnwellen noch nicht mit der Frequenz des Tagesbewusstseins verbunden, sondern öffnen in Traumbildern die Tür ins Un- und Unterbewusste. Es lohnt sich, die Sequenzen einmal festzuhalten oder weiterzuspinnen. Im besten Fall lernt man etwas durch diese inneren Bilder – oder hat einfach nur Freude an der Übersetzung in eine kreative Form. Bei mir klingt das dann zum Beispiel so.

Unsere Volieren im Bad klingen wieder ganz tüchtig: Freiheit, Freiheit! Queen of the pirates – I love you! Immer nur kurz am Strand, wartet das Hinterland. Woohoo! Kannst Du dein Schiff verlassen? Noch schläft der Magier geborgen in der blauen Welle.

Feuchte, die in jede Pore dringt, das Atmen erschwert. Der destillierte Geruch von Fruchtbarkeit. Jodregen. Ein Knallen und Brausen und Rauschen, gehe ich über ein Feld braunroter Seetangkapseln. Sie platzen unter meinen Sohlen auf wie reife Früchte. Schaumkronen. Salz. Algententakel, die sich bei jedem Schritt um meine Füße winden. Der Kadaver eines Seelöwen, auf den Geier einhacken.

Quallenglibber, Mücken, das Geschrei von Möwen. Untergang, brodelnder, stinkender Tod und Leben, pures Leben. Die Augenklappe löst sich, ich kann nichts sehen. Queen of the pirates, where are you? Taste dich voran, im Hinterland braucht man mehr als Augen. Du willst eine Philosophin sein? Ha! Du liebst nicht und du bist nicht weise. Nur schlau, nur schlau, schlau, schlau.

Safe travels, gypsy sister!

Der Weg in die Wüste führt über Malaga.

Ma-la-ga. Ga-la-ma. A -ga-lam.

In einer seltsamen WG leben Mann und Frau direkt am Meer. Ihre Zimmer haben keine Fenster, aber man kann die Brandung spüren. Die Fische schmecken hier sehr gut. Salzig und fest.

Aus der Ferne, ganz weit, klingen die glücklichen Desperados von den Bergen herüber. Sie singen wieder. Und sie nerven alle mit ihren Liedern und den roten Vorhängen, auf denen kleine, braune Pferdchen galoppieren. I like kitschy things. Ich habe auch nichts gegen eine Madonna, die von blinkenden Glühbirnchen umkränzt ist.

Und ich höre ihnen lieber zu als Manuel, dem Mexikaner, mit seinen stundenlangen Vorträgen über Pinzetten und Schneidewerkzeuge.

Golden hour! Treffen wir uns auf der Ranch? Jim ist auch da, natürlich. Er wartet wie immer auf den Mondbären. Nur ein Mal, ein Mal, möchte er ihn erwischen mit seinem Honigtopf in der Dämmerung. Doch es sind immer nur die Coyoten, die er trifft. Immer nur Coyoten. Coyotengeheul.

Honey nennt sie ihn. Mähne. Mieder. Majoran wächst selten wild.

Die Tulpenwolldecke wärmt nicht mehr. Da nutzt es auch nichts, in den Maserungen der Holzvertäfelung Geschichten lesen zu wollen.

Ohne Wärme ist das gefährlich. Es kann nach hinten losgehen, vor allem in Zeiten, in denen es nicht mehr normal ist, sich von Herzen zu wünschen, was man wirklich will.

Vorsichtig, ganz vorsichtig balanciere das riesige Ei vor dir her, bring es sanft und sicher in sein Nest aus Zweiglein und warmen weichen Federn. It’s in your eyes, baby! Die Piratenkönigin lacht und zurrt die Augenklappe fest.

Der Lichtschreiber führt immer geradeaus, immer der Nase nach. Mojave. Der Weg durch die Wüste ist lang. Feenhüte. Lila. Weite verschließt. Im Wonder Valley warten junge Männer. Pulp Fiction. Katzenkinder. Wenn du eine kleine grüne Schlange siehst – dann renn!

 

 

 

 

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